Website erstellen lassen, warum die Preise so weit auseinanderliegen
Zwei Angebote für dieselbe Website liegen auf dem Tisch. Das eine nennt 900 Euro, das andere 9.000 Euro. Beide Anbieter haben ordentliche Referenzen und klingen überzeugend. Wer zum ersten Mal eine Website erstellen lassen möchte, steht damit vor einer Frage, die sich kaum beantworten lässt, solange unklar bleibt, was in den beiden Zahlen eigentlich steckt.
Eine erste Orientierung geben die Marktpreise. Im Raum München liegen einfache Einstiegsangebote bei rund 300 bis 1.200 Euro, persönliche Premium-Designer verlangen 2.500 bis 10.000 Euro, größere Agenturen nennen ihren Preis meist erst im Angebot. Die Kosten, eine Website erstellen zu lassen, unterscheiden sich also leicht um das Zehnfache. Wo ein Angebot in dieser Spanne liegt, hängt vor allem von fünf Punkten ab, dem Umfang, der Vorarbeit, der Technik, den Inhalten und der Betreuung nach dem Start.
Was es kostet, eine Website erstellen zu lassen
Die Spannen stammen aus einer Stichprobe öffentlicher Preisangaben aus dem September 2026. Ein Teil der Anbieter nennt Preise netto, ein Teil brutto, und viele nennen gar keinen. Für einen Vergleich taugen die Zahlen deshalb nur als grobe Landkarte.
| Anbieter | Typische Spanne | Typischer Umfang |
|---|---|---|
| Einstiegsangebote und Baukasten-Dienste | 300 bis 1.200 Euro | Vorlage, wenige Seiten, kaum Beratung |
| Persönliche Designer und kleine Studios | 2.500 bis 10.000 Euro | eigenes Design, Beratung und Technik aus einer Hand |
| Agenturen mit größeren Teams | meist nur auf Anfrage | Projektleitung, mehrere Fachleute, feste Abstimmungsrunden |
Interessanter als die Spannen ist die Frage, was ein einzelnes Angebot enthält. Zwei Websites können auf dem Bildschirm ähnlich aussehen und trotzdem völlig unterschiedlich gebaut sein. Der Preis verrät, wie viel Arbeit vor, während und nach dem Bau eingeplant ist.

Der Umfang, eine Seite oder ein ganzes Netz aus Seiten
Der größte Hebel ist schlicht die Menge. Ein One-Pager bündelt alles auf einer Seite, von der Vorstellung bis zum Kontakt. Für Selbstständige mit einem klaren Angebot reicht das oft völlig. Ein Betrieb mit mehreren Leistungen braucht dagegen eigene Unterseiten, damit jede Leistung bei Google eine eigene Chance bekommt.
Jede zusätzliche Seite bedeutet eigenes Layout, eigene Texte, eigene Bilder und eigene Suchbegriffe. Der Preis wächst deshalb mit der Seitenzahl, wenn auch nicht im gleichen Maß, weil Grundgerüst und Gestaltung nur einmal entstehen.
Seriöse Angebote nennen die Zahl der Seiten ausdrücklich. Fehlt sie, lässt sich der Preis kaum vergleichen.
Die Vorarbeit, die später niemand sieht
Bevor die erste Fläche gestaltet wird, sollte klar sein, für wen die Website gedacht ist und was Besucher dort tun sollen. Wer sucht nach dem Angebot, mit welchen Worten, und was überzeugt diese Menschen? Aus den Antworten entsteht ein Seitenplan, der festlegt, welche Seite welche Aufgabe hat.
Günstige Angebote sparen genau hier. Die Vorlage steht schon, die Inhalte werden eingesetzt, fertig. Das funktioniert, solange niemand mehr erwartet als eine digitale Visitenkarte. Soll die Website Anfragen bringen, ist die Vorarbeit der Teil des Budgets, der sich am stärksten auszahlt.
Beim Relaunch für den Immobilienmakler APROPOS Immobilien stand am Anfang eine Analyse der bisherigen Website. Daraus entstanden ein Seitenplan mit 13 Seiten und ein Moodboard mit Farben und Schrift, noch bevor die erste Seite gestaltet war. Wie das Ergebnis aussieht, zeigt das Projekt APROPOS Immobilien.
Vorlage oder eigenes Theme, die Technik hinter dem Preis
Technisch gibt es zwei Wege. Baukästen und gekaufte Vorlagen liefern eine fertige Hülle, die mit eigenen Inhalten gefüllt wird. Das geht schnell und kostet wenig. Die Grenzen zeigen sich später, wenn eine Funktion fehlt, die Seite langsam lädt oder das Design an keiner Stelle zum Unternehmen passt.
Ein eigenes Theme in WordPress entsteht dagegen aus den Inhalten heraus. Es enthält nur, was die Website braucht, und lädt entsprechend schnell. Das kostet in der Entwicklung mehr Zeit und zeigt sich später bei Ladezeit und Sichtbarkeit. Die alte Website von APROPOS Immobilien kam bei Google PageSpeed Insights am Desktop auf 79 von 100 Punkten, die neue mit eigenem Theme auf 99.
Ein Angebot mit eigenem Theme und eines mit Vorlage beschreiben deshalb zwei verschiedene Produkte, auch wenn am Ende beide eine Website sind.

Texte, Bilder und der Umzug einer bestehenden Seite
Ein oft unterschätzter Posten sind die Inhalte. Wer Texte selbst liefert, spart Geld, braucht aber Zeit und ein Gespür dafür, wie Menschen im Netz lesen. Werden die Texte gemeinsam erarbeitet, steigt der Preis. Dafür passen sie zu Suchbegriffen und Seitenaufbau.
Bei einem Relaunch kommt eine Aufgabe hinzu, die in vielen Angeboten fehlt. Jede alte Adresse, die bei Google gefunden wird, braucht ein Ziel auf der neuen Website. Sonst landen Besucher auf Fehlerseiten, und gewachsene Platzierungen gehen verloren. Beim Umzug von APROPOS Immobilien blieben alle 88 alten Adressen erreichbar, direkt oder mit genau einer Weiterleitung.
Wie ein solcher Umzug abläuft, beschreibt die Seite zum Website-Relaunch mit festem Preis.
Die Kosten nach dem Start
Mit dem Start ist die Rechnung nicht vollständig. Domain und Hosting kosten je nach Anbieter einige Euro im Monat. Dazu kommt die Pflege, denn WordPress, Theme und Erweiterungen brauchen regelmäßige Updates, Sicherungen und einen Blick auf die Sicherheit.
Manche Anbieter rechnen das nach Aufwand ab, andere bieten eine feste Betreuung im Monat. Bei MERADIM heißt diese Betreuung Care und kostet 149 Euro netto im Monat, mit Updates, Sicherheit, Backups, Monitoring und bis zu zwei Stunden Änderungen. Der erste Monat ist in jedem Paket enthalten.
Bei jedem Anbieter zählt vor allem, dass die Pflege überhaupt geregelt ist. Eine Website ohne Updates wird mit jedem Monat angreifbarer.
Woran sich ein faires Angebot erkennen lässt
Ein günstiges Angebot ist nicht automatisch schlecht und ein teures nicht automatisch gut. Entscheidend ist, ob der Preis zum Ziel passt. Für eine Visitenkarte im Netz genügt oft ein Einstiegsangebot. Soll die Website Anfragen bringen und mit dem Unternehmen wachsen, lohnt sich mehr Vorarbeit.
Beim Vergleich helfen fünf Fragen.
- Steht ein fester Preis im Angebot, und was löst Mehrkosten aus?
- Wie viele Seiten sind enthalten, und wer liefert die Texte?
- Wird mit einer Vorlage oder einem eigenen Theme gearbeitet?
- Wie viele Korrekturrunden sind eingeplant?
- Laufen Domain, Hosting und alle Zugänge auf das eigene Unternehmen?
Bei MERADIM beginnt eine Website als One-Pager bei 1.490 Euro netto, mit bis zu sechs Unterseiten bei 2.990 Euro netto. Größere Projekte werden einzeln kalkuliert, der feste Preis steht in jedem Fall vor dem Start. Alle Pakete im Detail zeigt die Seite Preise und Pakete. Wer bereits eine Website hat, beginnt am besten mit dem kostenlosen Website-Check.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein Baukasten für den Anfang?
Für einen ersten Auftritt mit kleinem Budget kann ein Baukasten sinnvoll sein. Sobald die Website Anfragen bringen, schnell laden und bei Google sichtbar sein soll, stößt er an Grenzen. Ein späterer Umzug kostet dann zusätzlich.
Warum nennen viele Agenturen keinen Preis?
Ohne Gespräch lässt sich der Umfang schwer schätzen. Ein fester Preis vor Projektstart ist trotzdem möglich, sobald Seitenzahl, Inhalte und Funktionen geklärt sind.
Gehört die Website nach dem Projekt dem Unternehmen?
Das regelt der Vertrag. Sinnvoll ist, dass Domain, Hosting und alle Zugänge auf das Unternehmen laufen und die Website nach vollständiger Bezahlung unbegrenzt genutzt und auch von anderen geändert werden darf. Bei MERADIM ist das so vereinbart.
Baris Mercan
Gründer von MERADIM. Baut seit 2019 Websites für Unternehmen aus dem Raum München und ganz Deutschland. Mehr über Baris


