Gefunden werden bei Google und in ChatGPT
Die Frage nach einem guten Handwerker, einer Steuerberaterin oder einer Webdesignerin landet heute oft nicht mehr im Suchfeld von Google. Sie wird ChatGPT gestellt, und die Antwort nennt drei Namen mit je einem Satz dazu. Wer dort nicht auftaucht, wird gar nicht erst verglichen.
Um in ChatGPT gefunden zu werden, braucht es keine geheimen Tricks. Die KI-Suchen greifen auf dieselben Quellen zurück wie klassische Suchmaschinen, auf indexierte Websites, Unternehmensprofile und Verzeichnisse. Entscheidend ist, dass die eigene Website für Google und Bing erreichbar ist, klare Antworten in Textform liefert und dass die Angaben zum Unternehmen überall gleich sind.
Woher KI-Suchen ihre Antworten nehmen
Die KI-Übersichten von Google bauen auf dem Google-Index auf. Google sagt selbst, dass es dafür keine zusätzlichen Anforderungen und keine besondere Optimierung gibt. Eine Seite muss indexiert sein und mit einem Textausschnitt in der Suche erscheinen dürfen, mehr nicht. So steht es in der Dokumentation zu den KI-Funktionen der Google-Suche.
ChatGPT arbeitet für seine Suche nach eigenen Angaben mit einem eigenen Crawler und mit Suchdiensten anderer Anbieter. Tests zeigen, dass Bing dabei eine wichtige Rolle spielt. Wer bei Bing schlecht dasteht, verschenkt deshalb auch in ChatGPT Sichtbarkeit.

Bing wird oft vergessen
Viele Unternehmen haben ihre Website bei Google angemeldet und ein Unternehmensprofil dort gepflegt. Bei Bing fehlt beides häufig. Dabei ist der Aufwand gering. Die Bing Webmaster Tools übernehmen die Daten aus der Google Search Console, und Bing Places kann ein bestehendes Google-Unternehmensprofil importieren.
Danach lohnt ein Blick, welche Seiten Bing tatsächlich kennt. Fehlen wichtige Leistungsseiten im Index, hilft es, die Sitemap einzureichen und die Seiten über interne Links besser erreichbar zu machen.
Der Zugang für die Crawler
Eine Website kann nur zitiert werden, wenn die Suchsysteme sie lesen dürfen. OpenAI schreibt in seiner Dokumentation, dass Seiten, die den eigenen Such-Crawler aussperren, in den Antworten der ChatGPT-Suche nicht angezeigt werden. Wer in ChatGPT gefunden werden will, sollte diesen Crawler deshalb in der robots.txt nicht blockieren.
Sperren entstehen oft ungewollt. Sicherheits-Plugins, Firewalls beim Hosting oder ein vorgeschalteter Schutzdienst halten manchmal alles fern, was nicht wie ein gewöhnlicher Browser aussieht. Ein Blick in die Einstellungen und in die robots.txt klärt das in wenigen Minuten.
Antworten, die sich zitieren lassen
KI-Suchen übernehmen gern Sätze, die eine Frage direkt beantworten. Eine Leistungsseite, die gleich oben sagt, was angeboten wird, für wen, in welcher Region und zu welchem Preis, ist dafür ideal. Lange Einleitungen und Text in Bildern helfen dagegen nicht, denn Bilder werden nicht als Antwort zitiert.
Fragen und Antworten am Ende einer Seite sind ein gutes Format, solange es echte Fragen sind, die Kunden tatsächlich stellen. Strukturierte Daten können zusätzlich helfen, wenn sie genau dem sichtbaren Text entsprechen. Wie eine Leistungsseite aufgebaut sein kann, die Menschen und Suchmaschinen gleichermaßen versteht, zeigt die Seite Webdesign aus dem Raum München.

Eine Seite für jede Leistung und jede Region
KI-Suchen beantworten sehr konkrete Fragen, etwa nach einem Anbieter für eine bestimmte Leistung in einer bestimmten Stadt. Eine einzige Seite, auf der alle Leistungen in einem Absatz stehen, kann darauf kaum passend antworten. Besser sind eigene Unterseiten für die wichtigsten Leistungen und, wo es passt, für die Region, in der das Unternehmen arbeitet.
Jede dieser Seiten braucht einen eigenen Titel, eine eigene Beschreibung und einen Text, der genau diese Leistung erklärt. So entsteht für jede typische Frage eine Seite, die als Quelle infrage kommt. Woran es liegen kann, wenn trotz Besuchern keine Anfragen kommen, beschreibt der Beitrag sieben typische Ursachen für fehlende Anfragen.
Einheitliche Angaben überall
Suchsysteme vergleichen, was sie über ein Unternehmen finden. Stimmen Name, Adresse, Telefonnummer und Website im Google-Unternehmensprofil, bei Bing Places und in Verzeichnissen überein, entsteht ein klares Bild. Abweichungen, etwa eine alte Adresse oder ein anderer Firmenname, machen es unsicher.
Neben den großen Profilen zählen die bekannten Branchenverzeichnisse und Portale der eigenen Branche. Ein kostenloser Grundeintrag reicht dort meist. Wichtiger als die Zahl der Einträge ist, dass jeder einzelne stimmt und auf die richtige Website zeigt.
Bewertungen spielen ebenfalls eine Rolle. Sie zeigen, dass es echte Kunden gibt, und liefern Sätze, die KI-Suchen gern aufgreifen. Eine kurze, freundliche Antwort auf jede Bewertung zeigt zudem, dass das Unternehmen erreichbar ist.
Was nicht nötig ist
Rund um die KI-Suche werden viele neue Dateien und Techniken angeboten. Google stellt klar, dass für die KI-Übersichten keine eigenen maschinenlesbaren Dateien, keine besonderen KI-Textdateien und kein spezielles Markup nötig sind. Eine Datei wie llms.txt schadet nicht, ihr Nutzen ist aber nicht belegt.
Wichtiger bleibt das Fundament. Eine schnelle, gut erreichbare Website mit klaren Texten, sauberem Aufbau und gepflegten Profilen ist die solide Grundlage, um in Google und in ChatGPT genannt zu werden.
So gelingt es, in ChatGPT gefunden zu werden
Der schnellste Weg führt über eine ehrliche Bestandsaufnahme. Ist die Website bei Google und Bing vollständig im Index, dürfen die Crawler zugreifen, beantworten die wichtigsten Seiten die Fragen der Kunden direkt, und stimmen die Angaben in allen Profilen überein? Wo eine dieser Fragen offen bleibt, liegt der erste Hebel.
Wer das für die eigene Website prüfen lassen möchte, kann mit dem kostenlosen Website-Check beginnen.
Häufige Fragen
Wie lässt sich prüfen, ob ChatGPT ein Unternehmen kennt?
Die einfachste Probe ist eine Frage, wie Kunden sie stellen würden, etwa nach einem Anbieter für eine bestimmte Leistung in der eigenen Stadt. Taucht das Unternehmen nicht auf, lohnt der Blick auf Bing, die Profile und die Leistungsseiten.
Zeigt die Search Console Besuche aus den KI-Übersichten von Google?
Ja. Nach Angaben von Google zählen Besuche über die KI-Übersichten zum normalen Suchverkehr und erscheinen im Leistungsbericht der Search Console unter dem Suchtyp Web.
Baris Mercan
Gründer von MERADIM. Baut seit 2019 Websites für Unternehmen aus dem Raum München und ganz Deutschland. Mehr über Baris


